Mobile-Tagging – tippst du noch, oder taggst du schon?
19. Januar 2009 | von Stefan EngelmannDem ein oder anderen aufmerksamen Menschen sind sie vielleicht schon aufgefallen – kleine briefmarkenähnliche moderne Kunstwerke, z.B. auf Werbeplakaten oder in Zeitungsannoncen.
Sie sehen recht unscheinbar aus, aber es steckt mehr dahinter…
Eine Technologie, die in Asien schon recht verbreitet ist, fasst nun langsam auch im europäischen Raum Fuß – sie nennt sich Mobile-Tagging. Das Prinzip dahinter ist recht einfach zu erklären: Dinge der realen Welt werden mit schnell zugreifbaren ergänzenden Informationen verknüpft. Wir kennen das bereits seit Jahren aus dem Supermarkt um die Ecke, wo Daten wie Preis, Artikelnummer oder Artikelbezeichnung über einen Barcode, der in Sekundenschnelle per Scanner an der Kasse ausgelesen werden kann, mit dem Produkt verknüpft werden.
Das funktioniert mittlerweile auch auf dem Handy – eine Handykamera und eine entsprechende Software (auch “Reader” genannt) vorausgesetzt. An die Stelle der Strichcodes aus dem Supermarkt treten jedoch Mobile-Tags. Die verknüpften Informationen sind in der Regel Webseiten, die das “getaggte” Objekt thematisieren. Um darauf zuzugreifen, wird der Tag mit der Handykamera abfotografiert, vom Reader ausgewertet und im Anschluss die entsprechende Website geöffnet. Das spart nicht nur Tipparbeit, sondern macht auch Spaß. Natürlich ist das primäre Anwendungsgebiet von Mobile-Tagging das mobile Marketing, aber es lassen sich auch ganz andere Anwendungen denken: Wie wäre es z.B. mit Pimp-My-Partyeinladung inklusive einem Mobile-Tag, der die Wegbeschreibung direkt in Google Maps auf dem Handy öffnet? Zugegeben, das ist noch ein wenig Zukunftsmusik – aber das mobile Internet und benutzbare Endgeräte sind schon da.
Das Thema ist zu umfassend, um es hier im simyo Blog in aller Ausführlichkeit zu behandeln. Weitere Infos für Interessierte gibt es in der Wikipedia und auf zahlreichen Mobile-Tagging Blogs. Zum heutigen Zeitpunkt sind bereits viele unterschiedliche Tags und Reader am Markt, so z.B. BeeTagg und ganz aktuell auch Microsoft Tag – die meisten sind völlig kostenfrei. Probiert Ihr/Sie das Mobile-Tagging doch einfach mal aus! Vielleicht finden sich in den Kommentaren ja noch weitere Ideen und Anregungen, wie diese Technologie sinnvoll eingesetzt werden kann…
Tags: beetagg, Microsoft Tag, Mobile Advertising, Mobile-Tagging, mobiles Internet

Wie ich auch schon im iphoneblog schrieb, halte ich diese Tags für hirnlos.
http://www.tinyurl.com/meinprodukt
Das tippe ich schneller ein als ich jemals dazu in der Lage bin, ein ordentliches Photo von diesen 3D-Barcodes zu machen.
Gebt jedem Nutzer eine ordentliche Tastatur und einen ordentlichen Browser (wie auf dem iPhone) und lernt ihn, das Internet unterwegs zu nutzen, und hört mit diesem MMS-Schwachsinn auf. Für die Kosten einer Bild-SMS (49 Cent oder nicht?) kann ich 2MB Internetsurfen bei Simyo. Das gesparte Geld für’s tippen geht dann als nächstes höchstw. für das Abrufen der Internetseite drauf, die zu 50% sicherlich nicht auf Handys optimiert ist, trotz Barcode.
Der Witz ist nämlich, dass zum Teil auch NUR der Barcode da steht, und keine ordentliche Webseitenadresse. Aber wenn man will kann man ja einfach den Produktnamen bei Google im iPhone suchen.
Justeffingoogleit
Nutze ich bereits auch schon. Beim surfen in Foren für Handylinktipps. Da stehen keine LInks mehr (die man sonst abtippen müsste), sondern scannt bequem per Handy.
Vielleicht auch ne Idee für euch: wenn mit dem PC eure Linktipps ansurft, scannt einfach den Link am Monitor und kann so bequem ein neues Lesezeichen speichern. Oder im Newsletter macht sich sowas sehr sehr gut! Ihr verlinkt doch auch sicherlich auf euer Simyo-Portal (fürs handy). So könnt ihr im Newsletter (in der html darstellung) einfach den Barcode angeben.
Übrigens: wer selbst sowas erstellen möchte: Linktipp: http://qrcode.kaywa.com/
@ Sebastian:
Eine MMS kostet bei simyo 0,39 €. Außerdem wird der Barcode nicht erst per MMS verschickt, sondern direkt vom Handy in einen Link umgewandelt.
Wie im Beitrag beschrieben kann man Qr-Codes beispielsweise auch nutzen um Google Maps Adressen zu verschlüsseln. Diese per Hand abzutippen würde ewig dauern.
Meiner Meinung nach sind Qr-Codes sinnvoll und ich wünschte, dass diese vermehrt genutzt werden würden.
@ Sebastian:
Es scheint, du hattest die Mobile Tag noch nie aktiv genutzt. Meistens verbergen sich dahinter sehr lange URLS (Link-Adressen) wo die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass du tippfehler machst.
Ich kann nur für mein Nokia N95 8GB sprechen. Ein Scan geht extrem schnell ich tippe auf 1 bis 2 Sekunden. Da würde ich bei einer langen Adresse auch nich hinkommen (mit qwerty Tastatur – schon allein das http://).
Du machst ja auch keine Fotos du scannst (es wird kein Foto gespeichert). Der Reader (das Scannerprogramm) wandelt den Code direkt in einen Text oder URL um. Eine MMS ist nicht nötig.
Natürlich macht es meist nur Sinn, wenn man danach auch online geht. Aber wie oben bei meinem Linktipp zu sehen, kannst du auch Texte chiffrieren.
Außerdem hat nicht jeder ein IPhone
An die begeisterten Experten:
Ich hab mir das Programm zwar runtergeladen, erfolgreich installiert, aber irgendwie rafft das Programm das nicht, dass das abgelichtete ein Code sein soll. Der zeigt mir immer nur einen roten Rahmen mit einem roten Kreuz drin, gibt ein Fehlton raus und das wars. Ich hab was vom Briefumschlag eingescannt und den Testcode auf Wikipedia. Nix brachte was. So automatisch, wie auf den Demo-Videos, dass der schon beim bewegten Bild merkt, dass das ein Code sein soll, ist das bei mir nicht..
Ich hab das Sony K800i.
Was muss ich beachten? (Ich hab mir das Beetagg runtergeladen. Habt ihr alle das andere?
@Michael:
Nicht jeder Reader kann mit jedem x-beliebigen Tag-Format umgehen. BeeTagg z.B. unterstützt die drei Formate BeeTagg, QRCode und DataMatrix. BeeTagg (links) und DataMatrix (rechts) sind im Beitrag abgebildet. Probier es mal mit diesen beiden. Die Tags im Wikipediabeitrag sind ziemlich klein und verschwommen. Habe eben versucht, sie mit meinem Handy (HTC S710 und BeeTagg) zu lesen – das klappt nur beim BeeTagg, der scheint da etwas unempfindlicher zu sein…
@xeomueller:
Danke für den Hinweis mit den Handylinks, sehr gute Idee…
Klar hat nicht jeder ein iPhone aber da sollte es hingehen.
Ich meine mal im Ernst, ihr wollt den Leuten mit den Barcodes die Tipparbeit ersparen für URLs.
Tinyurl funktioniert mit 6 Zeichen nach dem http:// – welches übrigens meistens vorgegeben ist oder überhaupt nicht getippt werden muss. Wenn das Problem dann darin besteht, ein Wort zu tippen – na prost. Wer tippt denn dann bitte 15000 SMS in einem Monat wie das Mädchen in den USA? Wenn das mit T9 geht, wo ist denn da jetzt das Problem? Das Programm zum “scannen” sollte dann einfach aus einem Browser bestehen, der standardmäßig die Tinyurl oder sonstwas vorne schon eingegeben hat und man tippt dann nur schnell das Schlagwort dazu – und kommt dahin, wo man hin wollte. Und die in diesen Barcodes versteckbare Zeichenlänge von wie viel – 50 Zeichen maximal? – kann man dann doch wirklich einfach auf den Gegenstand selber drauf schreiben. Ich meine im Ernst, als ich das “Argument” gelesen habe, musste ich laut loslachen. Soso, ihr versteckt also einfache Textbotschaften in dem Barcode. Ich sag Euch was – ich “versteck” meine “geheimen Nachrichten” in griechischen Buchstaben… funktioniert seit der ersten Klasse auch ohne Handy…
Wenn man konsequent wäre, dann würde man einfach alle Werbeflächen in eine Google-Maps Karte einfügen und mit dem GPS-Modul, welches bald in jedem Gerät bereits enthalten ist (ich mein Beispiel war hier dann in N95 8GB), auf der Karte am eigenen Standort einfach alle mit Botschaften versehenen Werbeflächen / Gegenstände angezeigt bekommen und mit einem einfachen Fingerschnipp könnte man durch die Liste scrollen, um dann mit einem Tastendruck das auszuwählen, was man sich ansehen möchte.
Wie auch immer – ordentliche Tastaturen, große Displays, das ist das was Handys brauchen, deshalb räumt Apple auch den gesamten Smartphonemarkt komplett auf im Moment. Hier geht es um einen Paradigmenwechsel. Diese Barcodes sind eine Lösung für die Krücke 10er-Tastenfeld und Winz-Bildschirme.
Wer möchte auf selbigen denn überhaupt ins Internet? Ja ich hab’s auf meinem N70 auch genutzt aber war’s ein Vergnüngen? Nein. Das iPhone ist nicht unmöglich viel größer.
Und wer jetzt mit dem Argument “Ich hab halt noch ein altes Handy” kommt – na gut. Nutzt es von mir aus – in zwei Jahren ist es dann halt überflüssig. Ich fänd es besser man würde die Handys verbessern anstatt deren Krücken umschiffen. Dann ist die ganze Welt mit Barcodes zugekleistert die eigentlich nichts anderes tun als kurze URLs verstecken – was für ein Vorsprung…