Mein Erfahrungsbericht zum Palm Pre
28. Oktober 2009 | von Gastsimyo hat kürzlich auf der simyoDE Facebook Fanpage dazu aufgerufen, Feedback zum neuen Palm Pre zu geben. Ich bin der Aufforderung mal nachgekommen und habe einen Erfahrungsbericht zum Palm Pre verfasst.
Palm meldet sich mit dem lange erwarteten Palm Pre auf dem Markt zurück. Lange Zeit war es eher ruhig um das Unternehmen mit den altehrwürdigen PalmOS. Das Palm Pre setzt mit dem neuen Betriebssystem WebOS auf alte Stärken wie Kontakte organisieren sowie Zeitabläufe und Termine planen. Zusätzlich will Palm mit dem Pre auch die mobilen Surfer für sich gewinnen, die bisher doch eher dem iPhone zugeneigt waren. Doch was bringt das Palm Pre gegen das iPhone in die Waage? Ich habe das Gerät mit meiner simyo-Karte getestet:

Palm Pre
Verarbeitung
Leider hat das nunmehr in Deutschland erschienene Gerät nach wie vor die eher scharfen Kanten. Das Gehäuse ist komplett aus Plastik und mit seiner Glare-Optik eher kratzeranfällig. Beim Abnehmen der Rückseite habe ich jedes Mal Angst, etwas kaputt zu machen. Der Slider ist eher schwergängig, was ich bei dauerhaftem Gebrauch aber eher als Vorteil einstufen würde. Das Gerät liegt sehr gut in der Hand, ebenso überzeugt mich die Tastatur. Die Tasten sind auch für eher große Finger geeignet. Dafür gibt es einen klaren Pluspunkt. Insgesamt ist die Verarbeitung des Gehäuses noch verbesserungswürdig – das gab es bei anderen Herstellern aber auch schon in wesentlich schlechter.
Akku
Nach so kurzer Nutzung des Palm Pre, lässt sich natürlich wenig über die langfristigen Qualitäten des Akkus sagen. Bisher habe ich stets Dienste wie GPS, Ortung und Co laufen lassen. Die Laufzeit des Akkus bei normaler Nutzung (ca. 1,5 Stunden surfen täglich, Mailabruf alle 30 Minuten) liegt bei etwa 2 Tagen. Ich bin aber recht zuversichtlich, dass der Akku seine volle Leistung noch entfalten wird und die Laufzeit dann bei mindestens 3 Tagen liegen wird. Das wäre dann für ein Businesshandy auch angemessen.
WebOS
Das Betriebssystem des Palm Pre gefällt mir optisch wirklich gut und steht dem des iPhone nicht nach. Am Anfang hat mir ein wenig die Intuitivität gefehlt, aber nach einer kurzen Lernphase läuft alles wie geschmiert. Leider ist die Performance aktuell noch so, dass man bei längeren Listen im App-Katalog noch ein leichtes Ruckeln bemerkt. Diese kleinen Mängel sollen mit einem der folgenden Firmware-Updates behoben werden und die Performance dann einen neuen Schub erhalten. Ich bin schon gespannt darauf, wie sich dann die bereits jetzt sehr angenehme Gestensteuerung anfühlt. Ein großer Vorteil des Pre ist, dass mehrere Anwendungen parallel laufen können. Sobald man in einem geöffneten Programm die Mitteltaste drückt, verschwindet das Programm im Hintergrund, wird dort aber weiter ausgeführt. Das ist sehr praktisch wenn man beim surfen mal eben eine Mail schreiben will ohne den Browser komplett zu schließen.
Anwendungen
Aktuell steht Palm mit den für das Pre verfügbaren Anwendungen natürlich klar hinter dem App-Store von Apple für das iPhone zurück. Es ist aber damit zu rechnen, dass innerhalb kurzer Zeit eine Fülle an neuen Apps für das Pre verfügbar sein wird – zumal die Hürden hier nicht so groß sind wie z.B. beim iPhone. Ein Gerät das noch völlig neu am Markt ist, darf hier ruhig ein wenig Zeit beanspruchen
Surfen
Das Palm Pre kommt mit äußerst flottem Browser daher, der Internet-Junkies Freude bereiten wird. Internetseiten kann man sich z.B. mit dem Datenturbo HSDPA oder per WLAN-Zugang aufrufen. Erfreulicherweise gab es bei meinen Tests auch mit YouTube-Videos keinerlei Probleme. Um einen besseren Überblick zu haben, unterstützt das Gerät natürlich auch das Surfen im Querformat. Leider gibt es beim Pre keine virtuelle Tastatur, so dass man das Gerät für die Eingabe einer Webadresse wieder in das Hochformat drehen muss.
Mail
Es lassen sich fix Adressen z.B. auch von Freemailern wie Yahoo, Web.de oder Googlemail einrichten. Passend für ein Businesshandy ist natürlich auch die Möglichkeit der Einrichtung eines MS Exchange-Servers an Bord. Der Mailempfang beim Palm Pre ist wirklich klasse gelöst. Sobald eine neue Mail (gilt übrigens auch für SMS) eintrifft, erscheint unten rechts im Display ein Briefumschlag. Durch leichtes Berühren bekommt man den Header der Mail angezeigt. Ein Klick öffnet den Posteingang des Pre, in dem man Mails und SMS findet. An dem Punkt spielt das Gerät seinen Vorteil einer physikalisch vorhandenen Tastatur aus, mit der sich die Mails überraschend leichtgängig bearbeiten und beantworten lassen.
Multimedia
Die eingebaute Kamera des Pre schießt Bilder mit 3 Megapixeln Auflösung. Ein LED-Blitz ist vorhanden, Videoaufzeichnung hingegen leider nicht möglich. Die Bilder sind meiner Ansicht nach ganz leicht am Rauschen, was dem ungeübten Auge aber nicht weiter auffällt. Der Player spielt WMV-Dateien und alle gängigen Audio-Formate ab – aber keine DRM-geschützten Medien.
Fazit
Um unterwegs unbeschwert Mailen und Surfen zu können, ist das Palm Pre das ideale Gerät. Die echte Tastatur und die toll gelöste Gestensteuerung faszinieren direkt bei der ersten Nutzung. Das Betriebssystem ist leider noch etwas behäbig, das wird sich aber mit den nächsten Updates ändern.
Als direkten Konkurrenten zum iPhone würde meine Wahl wieder auf das Palm Pre fallen.
Author
Jens Klöntrup


